Zollproblem: Lieferung aus China festgehalten, Zollrechnung über 800 Euro – normal?
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5 Antworten
S
Meine erste Testbestellung mit 200 Einheiten eines Küchengeräts liegt seit zwei Wochen beim Zoll in Frankfurt. Jetzt kam ein Schreiben mit einer Einfuhrumsatzsteuer plus Zoll von zusammen 812 Euro, der Warenwert war auf der Rechnung des Lieferanten mit 1.900 USD angegeben. Ich dachte ich hätte alles richtig gemacht, aber hat der Lieferant den Warenwert vielleicht absichtlich zu hoch angegeben damit nichts auffällt? Ich verstehe das System noch nicht wirklich.
M
Das klingt eigentlich normal und nicht nach einem Fehler des Lieferanten. Bei 1.900 USD Warenwert zahlst du grob 19% Einfuhrumsatzsteuer plus den produktspezifischen Zollsatz für Küchengeräte, der je nach HS-Code zwischen 1,7% und 3,7% liegt – da kommt man schnell auf 800 Euro. Der Lieferant hat den echten Rechnungswert angegeben, was korrekt ist.
D
Interessant wäre zu wissen, welchen HS-Code der Lieferant auf den Zolldokumenten verwendet hat. Der bestimmt den Zollsatz maßgeblich, und bei Küchengeräten gibt es riesige Unterschiede je nach Einordnung – hast du das überprüft oder die Zollnummer auf dem Schreiben mal gegoogelt?
D
Ich würde da widersprechen, dass es nur am Warenwert liegt. Wichtig ist auch, ob dein Lieferant eine korrekte Handelsrechnung mit allen Pflichtangaben beigelegt hat oder ob der Zoll deshalb festhält und die Bearbeitung so lange dauert. Zwei Wochen Wartezeit ist ungewöhnlich lang, da würde ich direkt beim Zollamt Frankfurt anrufen und nach dem konkreten Grund fragen.
D
Ich hatte bei meiner ersten China-Bestellung genau den gleichen Schock. Was viele nicht wissen: Du kannst die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer in deiner Umsatzsteuervoranmeldung geltend machen, sofern du ein Gewerbe hast – das lindert den Schmerz erheblich. Den Zollanteil selbst kannst du leider nicht zurückbekommen, der ist eine echte Kostenposition.
M
Kein seriöser chinesischer Lieferant gibt absichtlich einen zu hohen Warenwert an – das Gegenteil ist das Problem, viele undervaluen Pakete um Zölle zu umgehen. Wenn deine Rechnung 1.900 USD zeigt und das der echte Einkaufspreis war, ist dein Lieferant schlicht ehrlich gewesen. Rechne diese Importkosten künftig einfach von Anfang an in deine Kalkulation ein.
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